Ein “Schachbrettfalter” (Melanargia galathea) genießt die Sommersonne. Unter anderem auf dem Landesgartenschaugelände werden Insekten und andere Tiere fündig, wenn sie auf der Suche nach Nahrung oder Lebensräumen sind. Aber auch die unzähligen Blühwiesen und Grünanlagen wirken einladend.

Beelitz ist jetzt Kommune für biologische Vielfalt

Göttingen, Heidelberg, Hamburg – und jetzt auch Beelitz: Seit diesem Sommer ist die Spargelstadt Mitglied im bundesweiten Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ (Kommbio). Der Verein, dem mittlerweile über 300 Städte, Ämter, Gemeinden und Landkreise angehören, hat sich vor gut zehn Jahren gegründet. Die Mitglieder eint das Ziel, den Artenreichtum auch im unmittelbaren Lebensumfeld ihrer Einwohner zu erhalten und zu stärken sowie biologische Vielfalt zur Grundlage der kommunalen Entwicklung zu machen.

„In vielerlei Hinsicht passt unsere Stadt mit ihren vielen nachhaltigen Projekten wunderbar in dieses Bündnis“

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Stadtverordneten die Mitgliedschaft auf Antrag der Fraktion GfB/SPD beschlossen. Anlass für diesen Antrag war die Teilnahme der Stadt am Bundesprogramm „Zukunft Stadtgrün“ gewesen, mit dessen Hilfe der Park am Wasserturm naturnah zum Erholungsgebiet entwickelt wird. Unter anderem entsteht dort bis zum übernächsten Jahr ein neues Naturbad. „In vielerlei Hinsicht passt unsere Stadt mit ihren vielen nachhaltigen Projekten wunderbar in dieses Bündnis“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. Als Beispiel nennt er kommunale Initiativen wie den vor Jahren begonnenen Waldumbau im Beelitzer Stadtwald, bei dem sich die Kiefern-Monokultur Stück für Stück mit angepflanzten Laubgehölzen zum Mischwald wandelt. Auch die Renaturierung der Nieplitz zusammen mit dem Landesumweltamt und das Mahdregime, welches die Stadtverordneten auf den Weg gebracht haben, gehört dazu.

„Darüber hinaus gibt es viele sehr wertvolle und erfolgreiche Ansätze aus der Bürgerschaft, mit denen die Biologische Vielfalt in Beelitz gefördert wird.“ Beispiele dafür sind die Blühstreifen und –wiesen überall im Stadtgebiet, die der Verein Blühstreifen Beelitz e.V. mit seinen Partnern ausweist. Auch die Auswilderung von Steinkauz-Pärchen in der Region durch den Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung passt dazu, ebenso wie kleinere Initiativen wie der Bau eines Insektenhotels durch die Bürgerinitiative „Naturwald“ in Fichtenwalde in diesem Jahr. Von der Mitgliedschaft, die jährlich einen überschaubaren Beitrag von 165 Euro kostet, verspricht sich die Spargelstadt einen nützlichen Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen. Auch die Teilnahme an Wettbewerben und gemeinsamen Projekten wird dadurch möglich. „Beelitz muss sich in punkto Artenschutz nicht verstecken, sondern kann sich mit dem, was wir alle hier bisher erreicht haben, durchaus sehen lassen“, betont der Bürgermeister.

Nicht zuletzt mit der Landesgartenschau im kommenden Jahr wird viel geschaffen, was auch im Rahmen der „Kommbio“-Mitgliedschaft eine Rolle spielen wird. Neben der naturnahen Entwicklung von öffentlichen Flächen oder der Bepflanzung mit einheimischen Arten und der ausschließlichen Verwendung von Biodünger kann die Spargelstadt auch mit dem Thema Umweltbildung punkten. „Mit dem Grünen Klassenzimmer zur Landesgartenschau erhält dieses Thema in Beelitz einen festen Platz, den es auch noch lange nach der LAGA behalten wird.“

In Verbindung mit dem Vereinsbeitritt hat Beelitz auch die Deklaration für biologische Vielfalt in Kommunen unterzeichnet, in der diese Punkte im Einzelnen aufgeführt sind. Der erklärte Wille, heißt es darin: Die Ziele gemeinsam – auch mit Bund und Ländern – zu erreichen. Beelitz hat dabei schon ein gutes Stückchen vorgelegt.

Mehr Infos auf www.kommbio.de

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