Die Sopranistin Deborah Sasson

Deborah Sasson singt “Programm von Lieblingsstücken”

Am Donnerstag, 28. Juli, bringen die Sopranistin Deborah Sasson und die Kammerphilharmonie St. Petersburg aus Frankfurt am Main ab 20 Uhr große Hits der Oper- und Musicalgeschichte sowie neu interpretierte Rockmusik auf die Festspielbühne der Landesgartenschau. Im Interview spricht der Weltstar über ihr Programm „Music of the Night“, gute und schlechte Musik und die Vorzüge von Open-Air-Bühnen. Karten für das Konzert für 45 Euro gibt es hier online oder an allen Vorverkaufsstellen.

 

Frau Sasson, ihre Konzerte und Musical-Aufführungen haben Sie schon öfter in unsere Region geführt. Hatten Sie dabei Zeit, sich hier umzusehen?

Ja, die letzten zwölf Jahre sind wir häufig durch Ihre wunderschöne Gegend gefahren! Ich habe es nur leider noch nie zur Spargelzeit nach Beelitz geschafft. Ich komme ja selbst aus einer Spargelregion an der hessischen Bergstraße. Die Leute aus Beelitz sagen mir aber, dass das nicht zu vergleichen ist mit ihrer Spargelstadt. Das muss ich beim nächsten Termin selbst testen.

Ich komme selbst aus einer Spargelregion

Was erwartet das Publikum denn beim Konzert in Beelitz?

Dieses Konzert ist mit meinem Kern von Musikern, also Pianist, Geiger und Gitarrist. Dazu kommt mit der Kammerphilharmonie St. Petersburg aus Frankfurt am Main ein großes Orchester. Es ist unser erstes gemeinsames Konzert seit dem Covid-Ausbruch, ein Meilenstein für uns. Deswegen freuen wir uns, dass dieses Konzert in einem so schönen Ambiente stattfindet.

Das Konzert ist ein Meilenstein für uns

Das Programm habe ich aus Liedern zusammengestellt, die mein Leben geprägt haben. Es ist ein Cross-Over-Concert: Ich singe Stücke aus Opern und aus Musicals, die ich schon in großen Häusern gesungen habe, und klassisch arrangierte Rocklieder. Das ist wirklich sehr unterschiedlich, von „Dust in the Wind“ von Kansas bis zur Habanera-Arie aus Carmen.

Haben Sie dabei ein Lieblingsstück im Programm?

Oh, es ist ein Programm von Lieblingsstücken! Aber das Duett „Wenn ich tanzen will“ aus dem Musical Elisabeth bedeutet mir sehr viel. Ich habe es mit Uwe Kröger in Shanghai gesungen. Das war gerade vor dem Lockdown, wir mussten die Tournee dann abbrechen. Bei diesem Duett gab es stehende Ovationen. Das war so unheimlich schön, dass wir es zweimal hintereinander gesungen haben. In Beelitz werde ich das Duett mit Robert Schwarz singen. Er ist Opernsänger, hat aber auch viele Musicals gemacht. Er ist vielseitig und passt dadurch sehr gut ins Programm.

Vielseitig ist auch Ihr Repertoire. Sie betonen dabei gern, dass Sie keinen Unterschied zwischen ernsthafter Musik und Unterhaltungsmusik machen.

Als ich in Bayreuth bei den Festspielen auf der Bühne stand, hatte ich gleichzeitig mit „Danger in your Eyes“ einen Pop-Hit in den Charts. Leonhard Bernstein hat einmal das Zitat gebracht: Es gibt nur gute und schlechte Musik. Als ich Oper studiert habe, habe ich gleichzeitig im Sommer mit einer Pop-Band gesungen. Das war toll, auch wenn meine Lehrerin ein bisschen verwundert war. Dann kam sie zu einem Konzert und war begeistert.

Es gibt nur gute und schlechte Musik

Es gab in den Staaten auch nicht so viele Opernhäuser, an denen man singen konnte. Da war es schwierig, Erfahrung zu sammeln. Das war für mich auch ein Grund, nach Europa zu kommen. Ich habe bei der Vielzahl an Häusern hier gedacht, ich bin im Paradies gelandet.

Was macht für Sie den Unterschied aus, in einem Opernhaus zu spielen oder wie in Beelitz auf einer Freilichtbühne?

Ich liebe Open-Air-Konzerte. Es ist schön, einfach draußen zu sein. Bei Tourneen in den Opernhäusern großer Städte sieht man nichts von der Stadt: Man probt in einem Gebäude, geht essen und dann zum Konzert. Bei den Open Airs sieht man mehr von der Stadt in der man ist. Und man sieht beim Auftritt auch die Gesichter der Leute im Publikum. Ich mag diesen Austausch, man schaut nicht wie von der Opernbühne aus in ein schwarzes Loch.

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