Kontrabass-Spielgerät am Gabelstapler

Ein Orchester als Spielplatz

Es ist ein kurioses Bild, als der riesige Kontrabass über die Nieplitzbrücke schwebt. Rund eine halbe Tonne wiegt das Kletter-Instrument aus Robinienholz, dass Monteur Ronny Kasper von der SIK-Holzgestaltungs GmbH aus Niedergörsdorf bei Jüterbog mit seinem Stapler auf das Gelände der Landesgartenschau fährt. Rund zehn weitere Spiel- und Klettergeräte in Form von Musikinstrumenten werden in den kommenden Wochen folgen. „Da muss ich noch die Tonleiter lernen“, scherzt der Monteur. Auf den Installationen können Kinder verschiedener Altersklassen toben. Auch ein Rutschenturm mit Kletterparcours aus Seilen wird noch aufgestellt. Die Stützen der Seile werden wie Notenschlüssel aussehen.

Ronny Kasper und Markus Bollinger-Röttig

Ronny Kasper (links) unde Markus Bollinger-Röttig von der SIK-Holzgestaltungs GmbH bauen den Musikspielplatz auf.

„Alle Geräte sind extra für die Landesgartenschau von uns entworfen. Das ist ein wirklich einzigartiges Projekt für uns, die schiere Größe ist schon überwältigend“, sagt Markus Bollinger-Röttig, ebenfalls Monteur bei den Erfüllern von Kinderträumen.

Mit rund 6000 Quadratmetern ist die Spiellandschaft auf dem Beelitzer Gartenschaugelände eine der größten des Landes. Seit dem Frühjahr sind die Monteure aus Teltow-Fläming dabei, die Geräte aufzustellen. Der Hauptspielplatz mit großem Spargelrutschturm, Wikingerschiff und kleinem Slawendorf ist bereits baulich fertiggestellt. Der Spielplatz im Musikinstrumentenstil entsteht direkt daneben.

„Eine der Eiben auf der Fläche sieht vom Wachstum her aus wie eine Harfe. Ein Stamm geht gerade hoch, ein anderer sehr auslandend erst zur Seite und dann hoch. Deshalb haben wir uns entschieden, hier noch eine Spiellandschaft mit dem Thema Musik aufzubauen“, sagt LAGA-Bauleiter Matthias Weigt.

Mit der Niedergörsdorfer Firma, die europaweit einzigartige Spielplätze plant und baut, hat die LAGA einen Partner an der Seite, der solche Ideen auch umsetzen kann. So wird ab Oktober, wenn die Vegetationsperiode vorbei ist, das Harfen-Klettergerüst installiert.

Auch eine Babyschaukel in Form einer Klarinette oder eine als Flötenduett getarnte Wippe werden die Niedergörsdorfer noch aufbauen. Knapp 700.000 Euro werden in die riesige Spiellandschaft investiert.

„Wir freuen uns, damit ein echtes Highlight für Beelitzer Familien und auch Familien aus den Nachbargemeinden bieten zu können“, sagt Bürgermeister und LAGA-Geschäftsführer Bernhard Knuth. Der Spielplatz wird zwar zur Landesgartenschau gebaut, soll Kindern aber über viele Jahre hinweg Spaß bieten. „Nach der Gartenschau können Eltern direkt am südlichen Nieplitzufer parken und mit den Kleinen über die neue Holzbrücke auf kürzestem Wege zum Spielplatz gehen“, so Bernhard Knuth weiter.

Durch diese Planung bleiben die Wege kurz, vom Parkplatz zum Spielplatz sind es kaum hundert Meter. Gleichzeitig muss niemand auf dem Gelände des Stadtparkes, in den der Spielplatz integriert ist, parken. Das schont Wiesen und Wege.

Damit für die Kleinen rechtzeitig zur LAGA alles fertig wird, sind im Durchschnitt täglich drei bis vier Monteure von SIK-Holzgestaltung auf dem Gelände aktiv – und werden insgesamt wohl noch bis Weihnachten genügend Arbeit haben, schätzt Ronny Kasper. Denn wenn der große Kontrabass und seine Kollegen in einigen Wochen fest montiert und fertig zum Austoben sind, ist für die Niedergörsdorfer die Arbeit auf dem Gartenschaugelände noch lange nicht vorbei: Im Feuchtbiotop wird dann der Froschkönig Einzug halten. Das über Jahrzehnte gewachsene Biotop wird zum Märchenwald. Das Biotop wird dabei erhalten, denn Menschen können es nur über ein aufgeständertes Wegesystem auf Holzbohlen durchqueren.

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