Ein Paradies für Beelitzer Bienen

Biene in BlüteAn der Nieplitz herrscht derzeit emsiger Flugbetrieb: Tausende Bienen schwirren bei spätsommerlichen Temperaturen über das 15 Hektar große Gelände der künftigen Landesgartenschau, teilweise sehen Spaziergänger gleich Dutzende von ihnen zeitgleich über einem einzigen Blumenbeet. Sie sammeln Pollen, um die Winterbrut zu füttern, und Nektar für sich und ihr Bienenvolk. „Für die Bienen ist das zur Landesgartenschau neu angelegte Gelände definitiv ein Gewinn. Hier finden sie auch außerhalb der Sommermonate, in denen in den Vorgärten in der Stadt alles blüht, genügend Nahrung“, sagt der Beelitzer Imker Nico Luschnat. Er betreut derzeit 25 Bienenvölker, 18 davon stehen auf seinem Hof in der Mauerstraße nur wenige Meter vom künftigen LAGA-Areal entfernt. „Die Bienen sind noch einige Wochen unterwegs, aber bei dem Wetter der vergangenen Tage versuchen sie, so viel Nahrung wie möglich einzusammeln und sind deshalb ständig unterwegs.“ Jetzt Anfang September besteht ein Bienenvolk aus etwa 20.000 Tieren, rund ein Drittel davon fliegen auf Nahrungssuche aus. „Sie sind in einem Umkreis von etwa drei Kilometern unterwegs, erreichen also jeden Punkt des Gartenschaugeländes“, so der Imker.

In ihrem Eifer lassen sich die Tiere auch von Zuschauern nicht stören. Beobachter können sie gefahrlos beim Sammeln von Pollen und Nektar beobachten, die friedlichen Honigbienen sind nicht aggressiv. „Nur wenn die Tiere bei Wetterumschwung etwas nervös sind und ich an die Waben will, werde ich selten einmal gestochen. Ansonsten hat man von ihnen nichts zu befürchten“, sagt Luschnat. Auch seine Nachbarn in der Altstadt stören sich nicht an den Insekten: „Die sind froh, dass ihre Obstbäume jedes Jahr so gut befruchtet werden.“

Noch mehr Bienen werden im kommenden Jahr über dem Gelände schwirren: Sowohl die Freunde von Wildbienen als auch die Bienenzüchter werden sich im Rahmen der Landesgartenschau präsentieren. Dafür arbeitet das LAGA-Team mit dem Imkerverein Beelitz und der Deutsche Wildtier Stiftung aus Berlin zusammen. „In einem Pavillon wird dabei das Leben der Tiere genau beleuchtet. Wir wollen den Gartenschaugästen erklären, wie die Bienen leben und wie man ihnen die besten Bedingungen bieten kann“, so der LAGA-Projektleiter Joachim Muus.

Imker Nico Luschnat vor den Bienenvölkern

Einen Tipp hat Imker Nico Luschnat dafür schon einmal: „Bei der Auswahl der Pflanzen sollte man Arten nehmen, die besonders früh oder besonders spät blühen, wie etwa Krokusse und Herbstastern.“ So haben die Bienen nicht nur zur Blüte von Robinie, Raps und Co ausreichend Nahrung, sondern das ganze Jahr über. Luschnat ist auch froh, dass die dauerhaft angelegten Blumenbeete der Landesgartenschau so bestückt wurden, dass in ihnen immer etwas blüht. Diese Beete werden seine Bienen auch nach der vom 14. April bis zum 31. Oktober geöffneten Landesgartenschau anlocken, während der Schau kommen dann noch Areale mit regelmäßig wechselnden blühenden Arrangements dazu. Neben der Nahrungsquelle für Wild- und Honigbienen bietet die LAGA den wilden Fliegern auch Übernachtungsmöglichkeiten: So gibt es als Merchandise aus recyceltem Karton und Bio-Holzwolle die Beelitzer Bienenhotels, die für 7,50 Euro in der Tourist-Info erhältlich sind und inzwischen in vielen Gärten der Beelitzer und ihrer Besucher stehen.

Noch bis Temperaturen von etwa zehn Grad Celsius sind die Bienen unterwegs. „So ganz kann man ihr Verhalten nie vorhersagen, was auch das spannende am Imkern ist. Selbst wenn zwei Völker direkt nebeneinander stehen, haben sie ganz unterschiedliche Entwicklungen und Honigerträge.“ Die Honigproduktion für den Verkauf ist in diesem Jahr aber weitgehend abgeschlossen. Jetzt geht es darum, sicherzustellen, dass die Völker gut über den nahenden Winter kommen.

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