David Zimmerling am Beet

David Zimmerling ist wissenschaftlicher Projektmitarbeiter und erforscht, wie sich der Kiesmulch auf Verdunstung und Pflege des Beetes auswirkt.

Gärtnern und forschen in der weißen Winterwelt

Dicke Schneeflocken fallen am Donnerstagvormittag über das Landesgartenschaugelände in Beelitz. Trotzdem geht die Arbeit an den Beeten weiter, werden Blumenzwiebeln gesetzt und Beete vorbereitet. David Zimmerling sorgt dabei an einem Beet vor dem großen Spielplatz gemeinsam mit Gärtnern dafür, dass die weiße Schneeschicht auf einem Staudenbeet gleich wieder unter dickem Kies verschwindet: „Wir bringen den Kies hier als mineralischen Mulch aus, der die Verdunstung von Wasser im Beet reduzieren und dafür sorgen soll, dass sich weniger Unkraut bildet“, erklärt der wissenschaftliche Projektmitarbeiter der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e.V. (LVGA) in Großbeeren. Die Fläche auf dem Beelitzer Gartenschaugelände ist Teil des Versuchsprojektes „KukPiK“ (Kleingehölze und krautige Pflanzen im Klimawandel).

„Mit dem Projekt wollen wir untersuchen, wie die Tauglichkeit für den Klimawandel und Pflegeaufwand optimiert werden können und welche Pflanzen sich für die Stadt der Zukunft eignen“, sagt David Zimmerling.

Dafür werden verschiedene Pflanzen und Mulchstoffe erprobt, neben der Fläche in Beelitz vor allem auf dem Areal der LVGA. Gefördert wird das bis Ende 2022 laufende Projekt von der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Die Zusammenarbeit mit der Landesgartenschau kam durch Vermittlung des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg zustande. Er betreibt während der Gartenschau auf einer Fläche neben dem Beet den Garten-Infotreff.

Verschiedene Stauden – einheimische wie Fette Henne und Fingerhut und nicht einheimische wie die Zistrose – sind auf der Fläche in Beelitz gepflanzt worden, geliefert hat sie die Staudengärtnerei Manig. Dazu kommen 4.500 Blumenzwiebeln auf dem einen Beet, etwa von Wildtulpen. „Die sorgen für eine frühe Blüte, andere exotische Pflanzen blühen eher im Herbst. So sollen Insekten auf dem Beet über einen möglichst langen Zeitraum Nahrung finden“, sagt David Zimmerling.

Der Kiesmulch sei dabei im Übrigen nicht mit den in Brandenburg immer häufiger zu findenden Schottergärten zu verwechseln, die in der Kritik stehen, da sie Pflanzen und Tieren kaum Lebensraum bieten. „Wir verbessern mit dem Kies sogar die Bedingungen im Beet: Da der Boden feuchter bleibt, sind die Bedingungen für Pflanzen und Bodenlebewesen deutlich freundlicher.“

Doch nicht nur die Bedingungen für Pflanzen können bei der aktuellen Witterung verbessert werden, es kommen auch noch Blumen in den Boden: „Wir haben hier keine Pause“, sagt Robert Fuhrmann, Chef der neunköpfigen Truppe städtischer Gärtner, die sich um das Gartenschaugelände kümmert. Am Donnerstag haben sie mit Hacke und Schaufel begonnen, 5000 Tulpenzwiebeln in ein Beet zwischen Rathaus und Posthalterei zu legen. Da der Boden noch nicht gefroren ist, ist das noch möglich. Sieben verschiedene Tulpenarten kommen in kreisrund angelegte Flächen auf dem Beet, in ihrer Mitte werden dann im nächsten Jahr im Wechsel Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher gepflanzt.

Nicht nur Blumenzwiebeln, auch ausgewachsene Stauden können derzeit noch gepflanzt werden. So wurden am Cocktailschiff BEEThoven etwa Hortensien in die Erde gebracht. „Bis Weihnachten sind wir noch mit solchen Pflanzaktionen beschäftigt“, sagt Robert Fuhrmann. Erst danach ist die Gefahr zu groß, dass der Boden zu tief gefroren ist.

Doch Arbeit gibt es auch dann noch für die Gärtner: Zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel wollen sie allein 80 Vogelhäuser auf dem Gelände verteilen.

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