Mühlenteich nimmt Form an

Da ist ordentlich was zusammengekommen: Um den einstigen Mühlenteich an der Treuenbrietzener Straße aus Anlass der Landesgartenschau quasi als Entree zu den Archegärten wiederzubeleben, sind gut 5500 Kubikmeter Boden ausgehoben worden. In der 2400 Quadratmeter großen Senke kann sich über 1500 Quadratmeter die Seefläche ausbreiten. Wie Dr. Daniel Fischer von der Stückener R. Fischer GmbH  erläutert, werde der Aushub – zum Teil recycelt – auf jeden Fall weiter verwendet. Etliche Kubikmeter Oberboden werden gleich wieder auf dem LAGA-Gelände eingesetzt: „Alles ist gutes Material, hier wird nichts weggeschmissen“. Ressourcen schonend arbeiten und nachhaltig – diesem LAGA-Anspruch soll auch der Mühlenteich gerecht werden, weshalb er naturbelassen ohne Folien und Chemie angelegt wird.

Dafür bekommt er eine 40 Zentimeter starke und an den Seiten noch 30 Zentimeter hochgezogene Deckschicht aus Lausitzer Dichtungston, der das Grundwasser und das spätere Füllwasser gegenseitig zurückhalten soll. Darunter ist schwarzes Fließ ausgelegt worden, welches die Bodenschicht an ihrem Platz halten soll. Es handelt sich dabei wohlweislich nicht um Folie, wie so manch ein Passant bereits vermutet hatte, sondern um Naturmaterial, welches sich nach einigen Jahren selbst zersetzt. Obendrauf gibt’s noch eine Lage Kies, den die Spaziergänger durchs Wasser am Boden blinken sehen. Auch die Filteranlage wird als „selbstreinigendes System mit grobkörnigem Kiesel ohne Chemie auskommen“, verspricht Daniel Fischer. Über Hydranten erfolgt die Befüllung des Sees mit bis zu 3000 Kubikmeter Wasser. Die Teich-Böschung ringsum wird mit Oberboden befestigt und mit Schilf, Wasserpflanzen sowie Rasen begrünt. An der vorderen Spitze des Sees kommt eine Sumpfzypresse in das Filterbecken.

Wer sich in Erinnerung an alte Zeiten freut, wieder einmal in den Teich springen zu können, muss enttäuscht werden. Zum Baden ist er nicht gedacht. Für das Auge wird es aber eine Menge Erquickliches geben, unter anderem in Form von künstlerisch angefertigten Kaulquappen, die hier installiert werden. Eine besonders schöne Atmosphäre verspricht auch die beleuchtete Sprühfontäne, die an der tiefsten Stelle bei 2,50 Meter ihren Platz bekommt und das Wasser bis 8 Meter in die Höhe schießen lässt. Am hinteren Teich-Bereich sind ein Pavillon und Treppenstufen – ähnlich wie im Park an der Nieplitz – geplant, von denen man mit den Füßen ins Wasser reicht.

Einen Platz haben jetzt auch die beiden großen Findlinge bekommen, welche bereits vor einigen Jahren bei Erdarbeiten gefunden, aber bislang noch nicht bewegt worden waren: Während der eine, etwas flacher geratene Koloss zum Klettern, Sitzen und Liegen am Ufer aufgestellt wurde, befindet sich der zweite, höhere künftig im Wasser und wird ein kleines Stück über die Oberfläche ragen. Ein ideales Plätzchen für Fischreiher auf der Suche nach Beute.

Etwa in drei Monaten werden – ohne wetter- oder anders bedingte Unterbrechungen – nach Angaben der Fischers der Mühlenteich mit Fontäne und Filteranlage fertig sein. Pavillon und Treppen folgen. Rund 350 000 Euro sind für die Gesamtanlage veranschlagt. Inmitten der riesigen Sandlandschaft und angesichts des Teichkraters zeigt sich Reiner Fischer sichtlich zufrieden über die LAGA-Fortschritte. „Wir sind jetzt ein gutes Jahr dabei und freuen uns sehr, dass wir als regionale Firma an diesem Beelitzer Großprojekt beteiligt sind. Das muss auch mal gesagt werden“, findet Reiner Fischer.

Der Mühlenteich gehörte bis Mitte der 1950er Jahre zum Beelitzer Stadtbild; gebadet wurde wohl seit Kriegsende dort schon nicht mehr. Sein Ende wurde mit dem Aufheben des Staurechts für die Wassermühle durch den damaligen Rat des Bezirkes Potsdam besiegelt. Oberhalb der Mühle waren wohl durch das Anstauen des Wassers die Wiesen immer stark vernässt gewesen, was zu „volkswirtschaftlichen Schäden“ führte. 1960 wurde das seit über 500 Jahren bestehende Staurecht dann gelöscht und ein elektrischer Mühlenantrieb installiert.

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