Projekte

Renaturierung der Nieplitz

Rückzugsräume schaffen für Mensch und Natur – das ist das Ansinnen eines gemeinsamen Projektes des Brandenburgischen Landesamtes für Umwelt in Zusammenarbeit mit der Stadt Beelitz. Im Zuge der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie wird die Nieplitz im mittleren Verlauf, der auch die Bereiche des Gartenschaugeländes einschließt, bis 2022 naturnah umgestaltet. Kern des Projektes ist der Rückbau des alten Wehrs bei Beelitz, welches bislang Fischwanderungen verhindert hat. Es wird durch eine sogenannte Fischaufstiegsanlage ersetzt und damit die ökologische Durchlässigkeit des Fließgewässers erhöht. Darüber hinaus werden auf rund zwei Kilometern die Ufer abgeflacht und sturkturgebende Einbauten vorgenommen, zum Beispiel mit Flussholz und Kiesbänken sowie Wasserpflanzen. Für Fische entstehen dadurch wichtige Unterschlüpfe. Auch die Bepflanzung einzelner Uferbereiche mit Bäumen gehört dazu, denn deren Schatten sorgt nicht nur bei Menschen für Wohlbefinden, sondern verhindert zugleich eine übermäßige Erwärmung des Gewässers und verbessert damit die Bedingungen für Wasserlebewesen.

Archäologische Grabungen im Vorfeld der Gartenschau

Einhergehend mit den Tiefbauarbeiten auf dem Gelände der Landesgartenschau sind auch umfangreiche und punktuelle archäologische Untersuchungen durch die Grabungsfirma Archäokontrakt vorgenommen worden, die neue und erstaunliche Erkenntnisse geliefert haben. So sind im Bereich des Haupteinganges im östlichen Bereich Spuren einer Urnengrabstätte – unter anderem Scherben und Knochenfragmente – gefunden worden, die vermutlich aus der Bronzezeit stammen und damit bis zu 2800 Jahre alt sein dürften. Ebenso spektakulär sind auch die Siedlungsreste, welche auf der Archeninsel zutage gefördert wurden: Neben Keramikscherben und möglichen Werkzeugen aus slawischer Zeit konnte auch ein Wallgraben nachgewiesen werden, der hier eine mögliche Fluchtburg umschlossen hat. Zusammen mit weiteren Befunden wie Knochen in einer Begräbnisstätte und Bauholz sprechen diese Funde und Befunde dafür, dass bereits vor rund 1000 Jahren Menschen an der Nieplitz lebten und deren Siedlung möglicherweise jenes „burgwardium belizi“ war, welches in einer Urkunde Kaiser Ottos III. von 997 schriftlich erwähnt wird.

Umbau des „Alten Klärwerks“ zur Veranstaltungsarena

 

Rund 20 Jahre lang lag das Gelände des alten Klärwerks südlich der Nieplitz brach und wurde allenfalls als Baustofflager genutzt. Durch die Landesgartenschau ergibt sich die einmalige Chance, das einstige Industrieareal größtenteils zurückzubauen und für einen neuen Zweck herzurichten: Hier, in Sichtweite der Beelitzer Altstadt, entsteht bis zur Landesgartenschau eine Veranstaltungsarena, die in Zukunft Austragungsort für Konzerte, Theater und andere Großveranstaltungen sein wird. Denn vor allem beim Beelitzer Spargelfest, das an einem Wochenende bis zu 40 000 Besucher anlockt, gerät die Altstadt zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Die beliebten Live-Konzerte bekannter Künstler werden deshalb – wie auch zur Laga – nun hier, auf einer Naturbühne stattfinden, um die Sitzreihen in steigender Höhe wie in einem Amphitheater angelegt werden. Während die Bühne selbst mit der Rückwand zur Altstadt steht, hat das Publikum, das auf mehreren Tausend Sitzen Platz nehmen kann, den Beelitzer Kirchturm und die Dächer im Blick. Auch die Beelitzer Festspiele werden in Zukunft hier stattfinden ebenso wie Veranstaltungen für die Jugend und größere Treffen der Beelitzer Vereine, die bislang die Festwiese auf der anderen Nieplitzseite genutzt haben. Während die Bürobaracken und das große Absetzbecken zurückgebaut werden, bekommt das runde große Klärbecken zur Landesgartenschau übrigens eine neue Bestimmung: Als riesiges Bassin für Wasserpflanzen, das über eine Brücke erkundet werden kann.