Bernhard Knuth (l.) und Winfried Ludwig

Bernhard Knuth (l.) und Dr. Winfried Ludwig vor der Silberweide am Mühlenteich.

Umweltvereinigung übernimmt Baumpatenschaft

Prominent steht die Silberweide vor dem neu entstandenen Mühlenteich am Rande der Beelitzer Altstadt. Mehr als zehn Jahre wuchs der inzwischen rund 3,5 Meter hohe Baum in einer märkischen Baumschule, ehe er auf das für die Landesgartenschau umgestaltete Gelände gepflanzt wurde und dort für Besucher den Eingang der naturnahen Archegärten markiert. Mit ihren vielen Trieben wird die Silberweide für besonders viel Schatten am Teich sorgen, vor allem für die Entwicklung eines breit aufgestellten Tierlebens am und im Teich ist das wichtig. Seit Dienstag (8.2.) hat die Silberweide auch einen namhaften Paten: Den Verein „Waldkleeblatt – Natürlich Zauche e.V.“.

„Als anerkannte Umweltvereinigung möchten wir nicht nur den Erhalt unserer märkischen Wälder fördern, sondern auch die naturnahe Umgestaltung dieser Beelitzer Ur-Fläche unterstützen“, begründet der Vereinsvorsitzende Dr. Winfried Ludwig den Schritt bei der Übergabe der 600 Euro für die Patenschaft an Bürgermeister und LAGA-Geschäftsführer Bernhard Knuth. „Die Nachhaltigkeit der gesamten Landesgartenschau nicht nur für die Menschen der Region, sondern vor allem für die Umwelt, ist für uns der wichtigste Punkt dieser Großveranstaltung“, so Ludwig weiter.

Mit Bernhard Knuth habe man zudem einen verlässlichen Partner an der Seite: Die Stadt unterstützt den Verein seit Jahren bei seiner Arbeit für den natürlichen Waldumbau und den Erhalt der Wälder der Region.

Der Mühlenteich

Der Mühlenteich wurde in den 60er Jahren für industrielle Landwirtschaft zugeschüttet.

Biene sammelt Nektar in Blüte

Die Stauden sind so ausgewählt, dass Bienen so lange wie möglich Nektar sammeln können.

„Für uns ist es ein besonderes Zeichen, wenn uns eine anerkannte Umweltvereinigung dieses Lob ausspricht. An dieser Stelle ist es uns gelungen, eine Fläche, die in den 60er Jahren im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft ihrer ursprünglichen Funktion beraubt wurde, wieder zu einem echten Lebens- und Erholungsraum für Menschen und Tiere gleichermaßen zu gestalten“, so Bernhard Knuth.

In den Archegärten floss mit dem Mühlenfließ einst ein Seitenarm der Nieplitz. Bei Grabungen im Zuge der LAGA-Vorbereitungen wurden slawische Siedlungsreste gefunden, die darauf hindeuten, dass hier vor mehr als tausend Jahren die Besiedlung des heutigen Beelitzer Stadtgebietes begann. Die naturnahe Feuchtlandschaft litt jedoch zu DDR-Zeiten stark, als das Mühlenfließ und der dazugehörige Teich zugeschüttet wurden und das Areal nur noch der intensiven Landwirtschaft dienen sollte. Im Rahmen der Gartenschau wurde mit dem Mühlenteich nicht nur ein Wasserlebensraum wiederhergestellt, sondern auch eine für die Region einst typische geschwungene Allee mit Kopfweiden und Kopfmaulbeerbäumen wurde angelegt. Diese hier seit Jahrhunderten heimischen Bäume sind besonders gut an den sehr feuchten Boden am Rande von Beelitz angepasst.

Im Zuge der Landesgartenschau sind auf dem 15 Hektar großen Areal allein rund 380 Bäume neu gepflanzt worden. Dazu kommen rund 600 Sträucher und 1800 Heckenpflanzen, 650 Rosensträucher sowie 57.000 Stauden in den Beeten. Bei deren Auswahl wurde sowohl auf Regionalität geachtet als auch auf einen möglichst breit gefächerten Blühzeitraum, damit Insekten hier vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Nektar finden.

Auch für Fische und andere Wasserlebewesen haben sich die Bedingungen deutlich verbessert. So wurde die Nieplitz auf mehreren hundert Metern am Gartenschaugelände verbreitert. Das verringert die Fließgeschwindigkeit des Flusses, Fische können besser laichen und ihr Nachwuchs hat bessere Überlebenschancen. Perspektivisch soll in den kommenden Jahren auch der Abschnitt flussaufwärts bis Reesdorf renaturiert werden.

Für die Umwelt wird auf einer Fläche zwischen Spielplatz und Spargelmuseum auch geforscht: Mitarbeitende der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Großbeeren untersuchen hier, wie man Bepflanzungen für den städtischen Raum so anpassen kann, dass sie möglichst wenig Wasser verbrauchen und so besser auf den Klimawandel eingestellt sind. Unter anderem wird geprüft, ob eine Kiesschicht über dem Mutterboden die Verdunstung merklich reduziert und das Wachstum verschiedener Pflanzen fördert.

Neben diesen großen Maßnahmen wird auch im Kleinen versucht, die Natur zu schützen: So werden allein vier Biotope auf dem Gelände dauerhaft gesichert. In mehr als 80 Bäumen hängen Nistkästen mit unterschiedlich großen Löchern, die verschiedenen Vögeln ein zuhause bieten.

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